Es gibt nur wenige Bücher, die ich zweimal gelesen habe! Onkel Toms Hütte ist so eines. Ein Buch, das berührt und packt. Aber kein Buch, das unerschöpflich ist.
Ganz anders ergeht es mir, wenn ich die Bibel lese. Immer wieder vermag sie es, mich ins Staunen zu bringen. Staunen über die Vielschichtigkeit und Staunen darüber, dass obwohl schon gelesen, dieser Aspekt und dieser Zusammenhang noch verborgen geblieben ist. Andererseits bin ich dann wieder gar nicht überrascht darüber: jedes Buch, jeder Abschnitt, jeder Satz, sind Gedanken und Worte Gottes, und wie sollte ich diese auf Anhieb und in Gänze verstehen können!
Die Bibel fängt an mit der Erschaffung der sichtbaren Wirklichkeit, unserer Erde - und berichtet über die unsichtbare Wirklichkeit, Gott. Sie berichtet auch vom Ende, das dieser Welt bevorsteht. Sie berichtet von Wundern und von normalen Ereignissen, von Einzelpersonen und von ganzen Völkern. Sie berichtet von Menschen, die versagt haben und zeigt Menschen, die als Helden des Glaubens? bezeichnet werden. Alles ist miteinander verbunden, verwoben und durchzogen von einem roten Faden. Und zwar: Welche krummen Wege ihr Menschen auch geht ? ich, GOTT, baue eine Brücke. Konsequent und gegen jedes menschliche Verdienstdenken. Diese Brücke heißt Jesus Christus, und

jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden

, heißt es im Alten und Neuen Testament. Das ist die Haupthandlung der Bibel. Gott entfaltet uns in seinem Wort den Weg, wie sündige und weniger sündige Menschen ihre Schuld bezahlen können. Nämlich gar nicht selbst, sondern Jesus Christus ist der Einzige, der es tun konnte und auch tat.
Aufgewachsen in einem christlichen Elternhaus und geprägt vom Glauben an Gott und sein Wort, fiel es mir nie schwer im ?Allgemeinen? zu glauben. Ich war mir im Großen und Ganzen sicher, die Wahrheit zu kennen.
Aber Glauben hat noch eine andere Qualität als Kennen. Ich kann die 10 Gebote, die ganze Bibel und den Bademeister kennen. Aber glaube und vertraue ich ihnen damit schon? Wenn der Bademeister jedoch ruft: „Hier, meine Hand!“ und ich ergreife sie, habe ich ihm geglaubt, ja ihm meine Rettung anvertraut! Letztendlich kenne ich ihn jetzt erst richtig! So ist es mit Gott und seinem Wort. Er hat gerufen und ich habe mich ihm anvertraut, die Bibel spricht vom rettenden Glauben.
Zugegeben, nicht jedes Mal, wenn ich die Bibel aufschlage, bin ich überwältigt von einer neuen Erkenntnis. Doch jedes Mal, wenn ich meine Bibel ernsthaft aufschlage, mir Zeit nehme und ehrlich frage, stelle ich fest: sie ist unerschöpflich. Sie spricht in mein Leben, sie verändert mein Denken und Handeln, sie deckt Fehler auf, sie zeigt Gottes Allmacht und ermutigt, ihm zu vertrauen, sie fordert mich heraus und ich stelle fest: Mein Leben reicht wahrscheinlich nicht aus, um mit diesem Buch fertig zu werden. Es ist unerschöpflich!


Andreas (28)

Elektriker und Hobbypianist