Ich wurde 1925 in eine christliche Familie geboren. Meine Eltern waren in einer lutherischen Brüdergemeinde. Beten und Singen lernten wir im Elternhaus. Was Sünde und Glaube ist wussten wir.
Im Jahre 1938, am 25. Februar, wurde der Vater in Gefangenschaft genommen und im Juni erschossen. Mutter blieb mit 6 Kindern, der Älteste war 17 und der Jüngste 5 Jahre alt.
Die Zeit geht vorwärts. 1941 brach der Krieg aus und wir wurden verschleppt, nach Kasachstan. Im Mai 1942 wurde ich in die Arbeitsarmee nach Norden (Workuta) gebracht. Dort arbeitete ich unter Tage im Bergwerk. 15 Jahre lang, bis 1957. 1947 schloss ich mit Rosalie, geb. Anselm, die Ehe. Auch Rosalie kam aus einer gläubigen Familie: Glaubens-Gottesgemeinde.
Die Zeit steht nicht. Am 6. Juni 1949, es war Pfingstfest, waren wir in einer kleinen Versammlung. Das Wort der Pfingstpredigt des Petrus bewegte die Herzen und 4 Seelen bekehrten sich, dabei waren meine Rosalie und ich. Wir wurden 1950 in einer baptistischen Gemeinde getauft und aufgenommen. Vorsteher der Gemeinde waren Gerhard Hamm und Heinrich Tillmann.
In Workuta bekamen wir 7 Kinder, die ersten 2 Zwillinge starben und mit 5 Kindern kamen wir 1957 nach Prokopjewsk (Südsibirien). 1998 siedelten wir nach Deutschland über. Nach 5 Jahren wurde ich Witwer. Versorgt werde ich bei meiner Tochter Irina und ihrem Mann Peter. Gott schenkt mir viel Freude mit den Enkeln und Urenkeln. Gott hat mich so reich beschenkt: 51 Enkel, 26 angeheiratete und 74 Urenkel – eine Familie von 166 Personen. Und zu allem Gesundheit und eine schöne Gemeinde. Ich freue mich und bin gesegnet durch das Wort Gottes.


Ewald (91)

rüstiger Großvater und Urgroßvater