Schon aus meiner Kindheit ist Lesen meine Lieblingsbeschäftigung. Viele Bücher zu besitzen, vielleicht eine eigene Bibliothek zu haben, war immer schon mein Wunsch. In den Koffern, die wir bei der Ausreise aus der Sowjetunion mitgenommen hatten, machten Bücher das Hauptgewicht aus. Auch in Deutschland habe ich viele Bücher gekauft: Bibeln, Lexika, Biographien, Tagebücher, Auslegungen, Geschichtsbücher. Dazu auch noch viele Kinderbücher, weil unsere 6 Kinder damals alle klein waren. Dank dem Buch der Bücher – der Bibel, und auch anderen Büchern konnte ich mich selber, meine Mitmenschen und meinen Herrn besser verstehen. Dass Gott sich uns in einem Buch offenbart, das finde ich so wunderbar!
Im Elternhaus gab es eine gemeinsame Bibel, die wir abwechselnd gelesen haben. Es gab auch einige deutsche Bücher, durch welche ich Deutsch lesen gelernt habe. Also, das Angebot war gering, aber nicht gering in der Qualität. Heute wiederrum ist die Menge der christlichen Literatur oft ein Qual der Wahl, so auch oft eine Qual der Verdauung.
Wenn damals jemand eine private Bibel hatte, dann war das Buch immer dabei. Hat man einen neuen Anzug gekauft, da war es wichtig, dass die Bibel in die innere Tasche passt. Es ist bekanntlich so: die verbotene Frucht ist süß. Und so war es auch mit der christlichen Literatur. Wir wussten es, mit wie viel Mühe diese Bücher gedruckt, gebunden und transportiert wurden, wie viele Glaubensgeschwister wegen dieser Arbeit ins Gefängnis kamen. Und wie groß war die Freude, solche Bücher als Geschenk anzunehmen! Und wie viel größere Freude war es die Worte des ewigen Lebens den Ungläubigen zu geben! Durch Bücher und andere christliche Schriften haben Tausende den Weg zu Gott gefunden.
Mein persönliches Erlebnis aus der Zeit ist, das auch meine Frau und ich einige Jahre in der Geheimdruckerei mitarbeiten durften. Dass wir Menschen das Wort Gottes weitergeben dürfen, ist das nicht wunderbar?
Die Auswirkung des Buches der Bücher kann man nicht überschätzen. Durch die Heilige Schrift habe ich zum lebendigen Glauben gefunden, bin ein Kind Gottes geworden – ein Bürger und Miterbe des Himmels! Die Bibel gibt uns auch viel Trost in den schweren Stunden des Lebens. Die Bibel ist unser bester Erzieher, sie ist auch unsere geistliche Speise. Wie der Körper Nahrung braucht, so braucht die Seele dieses Brot vom Himmel. Ich bin froh, dass ich diese geistliche Speise als Prediger weitergeben darf. Mit 18 Jahren wurde ich in diesen Dienst berufen und bis heute ist für mich die schönste Zeit die der Vorbereitung zur Predigt und zur Bibelstunde.
Also, die schönsten Bücher sind für mich die Bibeln in verschiedenen Übersetzungen, die Auslegungen der Bibel und die Bibellexika.


Johann (†59)

begeisterter Wanderer und Familienmensch