Die meisten Menschen wachsen ohne eine Bibel auf. Ich gehörte auch dazu: die Bibel sei nicht ernst zu nehmen, für intelligente Leute nicht relevant, und schon gar nicht für junge Menschen, und erst recht nicht mehr in unserem modernen Zeitalter gültig. In der Schule spottete mein Religionslehrer über die Sechs-Tage-Schöpfung und die Wunder in der Bibel.
Durch eine interessante Begegnung folgte ich einer Einladung zur Jugendstunde, anfangs etwas unwillig aber doch neugierig, Jugendlichen zu begegnen, die der Bibel Glauben schenkten. An jenem Abend durfte ich zum ersten Mal erleben, wie diese jungen Menschen einen Abschnitt aus der Bibel lasen, darüber Gedanken austauschten und die gewonnenen Erkenntnisse auf ihr praktisches Leben übertrugen. Für mich öffnete sich eine Tür zu einer ganz neuen Welt.
Die Bibel schien also ein Buch für das alltägliche Leben zu sein. Es musste mehr als ein gewöhnliches, überholtes Buch sein, wenn diese Jugendlichen so selbstverständlich ihr Leben danach ausrichteten. Seitdem begann ich die Bibel zu lesen. Eines meiner ersten Bücher in der Bibel war der Römerbrief. Dieser Brief stellte mir die Schuldhaftigkeit des Menschen vor Gott unmissverständlich vor Augen. Ob es die Sprüche, die Psalmen, historische Bücher aus dem Alten Testament oder Jesu Worte aus den Evangelien waren, diese Worte konnten unmöglich von Menschen stammen, weil ich mich überall wiedererkannte und mich tief im Herzen angesprochen fühlte. Wer kannte mich nur so gut, als nur der, der mich gemacht hatte?!
Bis heute bin ich immer wieder erstaunt darüber, wie schlecht ich mich selbst kenne und wie gut Gott mich durchschaut. Ich bin sehr dankbar für jede Korrekturhilfe und gleichzeitig für Gottes gnädige Liebe. Beides geht Hand in Hand. Aus diesem Grund finde ich es wichtig, so oft es nur geht sich von Gottes Wort ausrichten zu lassen. Die Bibel ist für mich richtungsweisend für den Alltag, aber auch darüber hinaus für das ganze Leben und was danach kommt. Sie beschreibt das Wesen Gottes und das Wesen des Menschen. Sie warnt und ermutigt. Sie spendet Trost und schenkt Hoffnung. Sie erlaubt den Blick in die Vergangenheit und zeigt mir, wie Gottes Verheißungen im Leben der Menschen und Völker Wirklichkeit wurden.
Auch ich durfte erfahren, wie Gott gegenwärtig in den unterschiedlichen Lebenslagen in meine Gedanken hineinspricht, durch Menschen und Umstände wirkt und die Aufmerksamkeit auf bestimmte Bibelstellen lenkt, die meiner Situation entsprechen. Der Blick in das zukünftige Leben motiviert mich, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren und mich bereit zu machen, meinem Gott zu begegnen!


Maria (32)

Lehrerin und Vollzeitmutter von vier Töchtern