Ich wuchs in einer Familie auf, wo man nichts von Gott wusste — typisch für jene Zeit des Kommunismus. In der Schulbank lernten wir, dass Gott eine Erfindung von ungebildeten und zurückgebliebenen Menschen ist. Wer an ihn glaubte, wurde verspottet.
Als ich 6 und mein kleiner Bruder 4 Jahre alt war kam unsere Mutter durch einen alkoholisierten Autofahrer ums Leben. Kurz darauf heiratete unser Vater erneut. Danach begann er zu trinken, vielleicht um seine innere Leere zu überwinden.
Wir waren oft uns selbst überlassen. Das freie Leben auf der Straße ohne Kontrolle fesselte uns schnell. Wir lernten Zigaretten und Alkohol kennen und kamen unter den Einfluss von vorbestraften Kriminellen. Bald waren wir selbst häufige Gäste auf der Polizeistation.
Mit etwa 16 Jahren wurde ich zum ersten Mal verurteilt. Mein Vater war gezwungen, ein Bußgeld für mich zu zahlen. Nach kurzer Zeit wurde ich zum zweiten Mal verurteilt — wegen Diebstahls und groben Unfugs. Ich erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe, die bei Verletzung in eine dreijährige Gefängnisstrafe umgewandelt werden würde.
Gott erwies mir seine Geduld, Gnade und Liebe. Als ich heranwuchs fing ich an, über den Sinn des Lebens nachzudenken, religiöse Riten und Gebete zu verrichten. Aber Gott blieb mir fremd und unverständlich. Er schien mir ein strenger Richter zu sein, der mich bestrafen wollte.
Ich fuhr fort ihn zu suchen und wollte ihn kennenlernen, und das blieb nicht unbemerkt. Gott richtete es so ein, dass ich auf einen christlichen Radiosender stieß. Gott begann an mir zu arbeiten: über seine Liebe zu reden, dass er seinen Sohn gab um mich zu retten und mich von der Macht der Sünde zu befreien. Ich erkannte, dass ich geistlich neu geboren werden musste und suchte eine evangelikale Gemeinde. Als ich am ersten Sonntag zum Gottesdienst kam, wurde mir ein Johannes-Evangelium geschenkt. Es war das erste Buch der Bibel, das ich in den Händen hielt. In der nächsten Woche las ich es mehrmals durch und Gott sprach durch die Bibel zu mir von seiner Liebe.
Beim nächsten Sonntagsgottesdienst bat ich den Herrn, meine Sünden zu vergeben und in mein Herz zu kommen. Er erfüllte sein Versprechen

…wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

Johannes 6,37

Gott nahm mich so an, wie ich war und befreite mich nicht nur von der Sünde, sondern auch von dem Wunsch zu sündigen. Früher konnte ich zwar lange Zeit ohne Zigaretten auskommen, konnte mich aber nicht von deren Anziehungskraft befreien. Nach meiner Bekehrung war diese Macht weg, und ich wurde auch von anderen sündigen Bindungen frei.
Gott verspricht kein leichtes und sorgenfreies Leben, aber er verspricht, uns nicht zu verlassen und unter allen Umständen mit uns zu sein (Hebräer 13,5). Der Weg der Nachfolge ist schmal, aber an dessen Ende werden wir die Freude der Begegnung mit ihm haben, dem Herrn, der für unsere Sünden gestorben ist.
Lieber Freund, wenn Gott mein Leben ändern konnte, dann glaube ich, dass er auch in deinem Leben viel verändern kann. Vertraue dich ihm an, und er schenkt dir Vergebung, Freiheit von der Sünde, ein neues Ziel und einen neuen Sinn im Leben. Er gibt dir Hoffnung, die nicht stirbt!


Waldemar (51)

Hobbyfotograf